Eine Badsanierung kostet 2026 als Komplettsanierung meist zwischen 2.500 und 4.500 Euro pro Quadratmeter Badfläche. Für ein typisches Bad mit fünf bis sechs Quadratmetern bist du damit schnell bei 12.500 bis 27.000 Euro. Eine Teilsanierung, bei der nur einzelne Objekte oder Oberflächen erneuert werden, ist deutlich günstiger.
Wie viel du am Ende zahlst, hängt vor allem von Umfang, Ausstattung, dem Zustand der Leitungen und den Preisen in deiner Region ab. In diesem Ratgeber erfährst du, wie sich die Kosten zusammensetzen, in welcher Reihenfolge die Gewerke arbeiten und was beim barrierefreien Umbau zu beachten ist.
Teilsanierung oder Komplettsanierung?
Teilsanierung
Bei einer Teilsanierung bleibt die Grundstruktur des Bades erhalten. Typische Maßnahmen sind der Austausch von WC, Waschtisch oder Armaturen, eine neue Duschabtrennung, das Erneuern von Silikonfugen oder das Überfliesen bzw. Beschichten alter Fliesen. Das ist sinnvoll, wenn Leitungen und Abdichtung noch in gutem Zustand sind und dich vor allem die Optik stört. Ein Armaturentausch liegt etwa bei 120 bis 300 Euro, ein neues WC oder ein neuer Waschtisch inklusive Montage meist im niedrigen vierstelligen Bereich, je nach Produkt.
Komplettsanierung
Bei einer Komplettsanierung wird das Bad bis auf den Rohbau zurückgebaut. Fliesen, Estrich, Sanitärobjekte und häufig auch Wasser- und Abwasserleitungen sowie die Elektrik werden erneuert. Das lohnt sich bei Bädern, die 25 Jahre oder älter sind, bei Feuchteschäden oder wenn du den Grundriss verändern willst, etwa um eine bodengleiche Dusche statt einer Wanne einzubauen.
Badsanierung Kosten pro m²: Richtwerte im Überblick
Die folgenden Spannen sind Richtwerte inklusive Mehrwertsteuer. Sie dienen der ersten Orientierung, ein konkretes Angebot nach Besichtigung ersetzen sie nicht.
| Maßnahme | Richtwert | Hinweis |
|---|---|---|
| Bad komplett sanieren | 2.500–4.500 € pro m² Badfläche | inkl. Rückbau, Installation, Fliesen, Objekte |
| Fliesen verlegen (nur Arbeit) | 50–100 € pro m² | zzgl. Fliesenmaterial, Großformate teurer |
| Armatur oder Wasserhahn tauschen | 120–300 € pro Stück | abhängig vom Modell |
| Handwerkerstunde allgemein | 55–95 € pro Stunde | regional sehr unterschiedlich |
Ein kleines Gäste-WC kann pro Quadratmeter sogar teurer sein als ein großes Bad, weil die aufwendigen Arbeiten wie Anschlüsse und Vorwandinstallation unabhängig von der Fläche anfallen. Wie Handwerker ihre Stundensätze kalkulieren, liest du im Ratgeber Was kostet ein Handwerker 2026?.
Was die Kosten treibt
- Zustand der Leitungen: Alte verzinkte Stahlrohre oder marode Abflüsse müssen oft komplett ersetzt werden.
- Grundrissänderung: Wird die Dusche versetzt oder das WC an eine andere Wand verlegt, steigen Installations- und Estricharbeiten.
- Bodengleiche Dusche: Sie braucht ausreichend Gefälle und Aufbauhöhe, manchmal muss der Estrich teilweise erneuert werden.
- Fliesenformat und -menge: Großformatige Fliesen und raumhohe Verfliesung erhöhen Material- und Arbeitskosten.
- Ausstattung: Der Unterschied zwischen einfacher und gehobener Sanitärkeramik, Armaturen und Möbeln kann mehrere tausend Euro betragen.
- Elektrik und Lüftung: Neue Steckdosen, Beleuchtung, Spiegelschrank oder ein elektrischer Lüfter erfordern einen Elektriker.
- Erreichbarkeit und Entsorgung: Bauschutt muss abtransportiert werden, in oberen Etagen ohne Aufzug ist das aufwendiger.
Ablauf: In welcher Reihenfolge die Gewerke arbeiten
Bei einer Komplettsanierung sind mehrere Gewerke beteiligt. Die Reihenfolge ist wichtig, damit niemand die Arbeit eines anderen beschädigt oder warten muss:
- Planung und Aufmaß: Fachbetrieb nimmt das Bad auf, du legst Ausstattung und Budget fest.
- Rückbau: Alte Objekte, Fliesen und gegebenenfalls Estrich werden entfernt und entsorgt.
- Rohinstallation Sanitär: Neue Wasser- und Abwasserleitungen, Vorwandelemente für WC und Waschtisch.
- Rohinstallation Elektro: Leitungen, Dosen, Anschlüsse für Licht und Lüfter.
- Trockenbau und Putz: Vorwände verkleiden, Wände ausgleichen.
- Estrich und Trocknung: Falls nötig, neuer Estrich mit ausreichender Trocknungszeit.
- Abdichtung: Verbundabdichtung in Spritzwasserbereichen und unter der Dusche.
- Fliesenarbeiten: Wand- und Bodenfliesen, anschließend Verfugen.
- Endmontage: Sanitärobjekte, Armaturen, Möbel, Leuchten, Silikonfugen.
- Abnahme: Gemeinsamer Rundgang, Mängel dokumentieren.
Ein Vorteil ist ein Betrieb, der die Badsanierung aus einer Hand koordiniert. Dann hast du einen Ansprechpartner, der die Gewerke terminiert. Arbeitest du mit einzelnen Handwerkern, liegt die Koordination bei dir.
Beispielrechnung für ein 6-m²-Bad
Angenommen, du möchtest ein sechs Quadratmeter großes Bad aus den 1990er-Jahren komplett erneuern lassen: Wanne raus, bodengleiche Dusche rein, neue Fliesen, neues WC, Waschtisch mit Unterschrank und neue Beleuchtung. Mit dem Richtwert von 2.500 bis 4.500 Euro pro Quadratmeter ergibt sich eine Spanne von etwa 15.000 bis 27.000 Euro. Wo du in dieser Spanne landest, entscheiden vor allem drei Punkte: ob die Leitungen bis zum Steigstrang erneuert werden müssen, welche Fliesen und Sanitärobjekte du wählst und wie aufwendig der Einbau der bodengleichen Dusche wird. Wählst du solide Standardprodukte und bleiben die Anschlüsse an ihrem Platz, bewegst du dich eher im unteren Bereich. Designarmaturen, großformatige Fliesen und eine Verlegung der Anschlüsse führen eher in den oberen Bereich. Plane zusätzlich einen Puffer von etwa zehn bis fünfzehn Prozent für Überraschungen ein, die erst beim Rückbau sichtbar werden.
Zeitplan: Wie lange dauert eine Badsanierung?
Eine Teilsanierung ist oft in wenigen Tagen erledigt. Für eine Komplettsanierung eines normalen Bades solltest du mit etwa zwei bis vier Wochen reiner Bauzeit rechnen. Muss neuer Estrich eingebracht werden, kann die Trocknungszeit den Zeitplan deutlich verlängern. Dazu kommt die Vorlaufzeit: Gute Betriebe sind oft Wochen oder Monate im Voraus ausgebucht, und manche Sanitärprodukte haben Lieferzeiten. Plane deshalb ausreichend Puffer ein und kläre, wie du die Zeit ohne Bad überbrückst, zum Beispiel über ein zweites WC oder eine vorübergehende Lösung.
Barrierefreies Bad und Förderung
Ein barrierefreies oder barrierearmes Bad ist eine Investition in die Zukunft. Typische Elemente sind eine bodengleiche Dusche, ausreichende Bewegungsflächen, ein unterfahrbarer Waschtisch, Haltegriffe, ein erhöhtes WC und rutschhemmende Fliesen. Die Planung orientiert sich häufig an der DIN 18040-2.
Für solche Umbauten gibt es grundsätzlich verschiedene Fördermöglichkeiten:
- KfW-Programme zur Barrierereduzierung: Je nach Programm als Kredit oder Zuschuss. Die Verfügbarkeit von Zuschussmitteln schwankt, prüfe den aktuellen Stand vor Auftragsvergabe.
- Pflegekasse: Bei anerkanntem Pflegegrad können Zuschüsse für wohnumfeldverbessernde Maßnahmen beantragt werden, derzeit bis zu 4.180 Euro je Maßnahme (Stand: Oktober 2026, bitte bei der Pflegekasse prüfen).
- Regionale Programme: Einige Länder und Kommunen haben eigene Förderungen.
Förderanträge müssen in der Regel vor Beginn der Maßnahme gestellt werden. Wer zuerst den Auftrag vergibt und dann beantragt, geht häufig leer aus.
Badsanierung steuerlich absetzen
Lässt du dein Bad in deiner selbst genutzten Wohnung sanieren, kannst du nach aktuell geltender Regel 20 Prozent der Arbeitskosten als Handwerkerleistung nach § 35a EStG von der Steuer abziehen, maximal 1.200 Euro im Jahr. Das entspricht Arbeitskosten von 6.000 Euro. Anfahrt und Maschinenkosten zählen dazu, Material nicht. Voraussetzung sind eine Rechnung mit ausgewiesenen Arbeitskosten und eine Überweisung. Nimmst du für dieselbe Maßnahme eine öffentliche Förderung wie einen KfW-Zuschuss in Anspruch, ist die Steuerermäßigung dafür ausgeschlossen. Bei großen Sanierungen kann es sich lohnen, die Arbeiten und Zahlungen auf zwei Kalenderjahre zu verteilen. Details findest du im Ratgeber zum Steuerbonus nach § 35a.
Tipps für ein gutes Angebot
- Lass das Bad vor Ort besichtigen und aufmessen, statt Pauschalpreise per Telefon einzuholen.
- Kläre vorab, ob Sanitärobjekte vom Betrieb geliefert werden oder ob du sie selbst kaufst.
- Achte darauf, dass Rückbau, Entsorgung, Abdichtung und Elektro im Angebot enthalten sind.
- Frage nach dem Zeitplan und wer die Gewerke koordiniert.
- Vergleiche mindestens zwei bis drei Angebote mit gleichem Leistungsumfang.
Für den Fliesenanteil lohnt sich ein Blick in unseren Ratgeber zu den Kosten fürs Fliesenverlegen pro m². Wie du deinen Auftrag so formulierst, dass vergleichbare Angebote zurückkommen, erklärt der Beitrag Auftrag richtig beschreiben.
So hilft dir ardda
ardda ist ein Marktplatz für Aufträge: Du kannst deine Badsanierung als Auftrag kostenlos einstellen, passende Betriebe aus deiner Region melden sich mit Angeboten, und du vergleichst sie in Ruhe, ohne Vermittlungsgebühr. Fachbetriebe findest du auch direkt auf der Seite Badsanierung in deiner Nähe. Erste Preisspannen für dein Projekt zeigt dir der Preisrechner für Sanitärarbeiten.
Dieser Artikel ersetzt keine Steuer- bzw. Rechtsberatung.
Häufige Fragen
Kann ich während der Badsanierung in der Wohnung wohnen bleiben?
In den meisten Fällen ja, allerdings mit Einschränkungen. Während der Rückbau- und Installationsphase ist das Bad nicht nutzbar, außerdem entstehen Lärm und Staub. Wenn es ein zweites WC gibt, ist das Wohnen meist gut machbar. Ansonsten lohnt es sich, mit dem Betrieb über eine provisorische Toilette zu sprechen oder für die intensivste Phase bei Familie oder Freunden unterzukommen.
Brauche ich für eine Badsanierung eine Genehmigung?
Für eine normale Badsanierung innerhalb der eigenen Wohnung ist meist keine Baugenehmigung nötig. In Eigentumswohnungen musst du aber Eingriffe in gemeinschaftliche Leitungen oder tragende Bauteile mit der Eigentümergemeinschaft abstimmen. Mieter brauchen für Umbauten immer die Zustimmung des Vermieters. Bei Denkmalschutz oder statischen Eingriffen solltest du vorab bei der zuständigen Behörde nachfragen.
Ist Überfliesen eine gute Alternative zum Abschlagen?
Überfliesen spart Zeit, Schmutz und Entsorgungskosten. Es funktioniert aber nur, wenn die alten Fliesen fest sitzen, der Untergrund tragfähig ist und keine Feuchtigkeitsschäden dahinter liegen. Außerdem werden Wände und Boden etwas dicker, was bei Türen und Anschlüssen beachtet werden muss. Ein Fliesenleger kann vor Ort prüfen, ob die Methode bei deinem Bad sinnvoll ist.
Wer haftet, wenn nach der Sanierung Wasser durchsickert?
Für Mängel an der Werkleistung haftet der ausführende Betrieb im Rahmen der Gewährleistung. Bei Arbeiten an einem Bauwerk beträgt die Verjährungsfrist für Mängelansprüche nach BGB in der Regel fünf Jahre ab Abnahme. Wichtig ist deshalb eine sorgfältige Abnahme mit Protokoll. Bemerkst du später Feuchtigkeit, melde den Mangel schriftlich und lass den Betrieb nachbessern.
Lohnt sich eine Badsanierung vor dem Verkauf einer Immobilie?
Ein modernes Bad kann die Verkaufschancen verbessern, die Investition kommt aber nicht automatisch vollständig über den Kaufpreis zurück. Oft reicht vor einem Verkauf eine optische Auffrischung mit neuen Armaturen, Fugen und Accessoires. Ob eine Komplettsanierung wirtschaftlich ist, hängt von Lage, Zielgruppe und Zustand der übrigen Immobilie ab. Ein Gespräch mit einem Makler kann helfen.


